Stahl & Feuer (Mitternachts an den Docks)

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Stahl & Feuer (Mitternachts an den Docks)

Beitrag von Riskaria am Do Jan 15, 2015 1:21 pm

Kälte drang durch jede erdenkliche Lücke im Gemäuer von Eyos Behausung. Ein plötzlicher Wetterumschwung brachte Nieselregen und feuchtkalten Wind der einem bis in die Knochen kroch.
An diesem Tag kam eine Krähe bis an das Fenster und tickte mit ihrem Schnabel mehrmals gegen das Fensterglas. Als er die Krähe hineinliess, erkannte er das an ihrem Bein etwas befestigt wurde.
Er konnte die Nachricht ablösen um sie zu lesen. Darin fand er zuerst nichts, schon wusste er, wem er diese Flugpost verdanken durfte. Ein bisschen Feuer brachte das Geheimnis hinter dem Papier zum Vorschein. "Docks-Nach Mitternacht" konnte er lesen. Mehr war dort nicht zu sehen, mehr musste er auch nicht sehen. Alles weitere würde er noch früh genug herausfinden. Eigentlich sollte heute keine Nachricht eintreffen. Somit konnte er sich eine ganze Weile darüber gedanken machen, was nun geschehen war. Ob seine Lieferung fehlschlug? ob es...Komplikationen gab? und wenn? wie schwerwiegend?....oder wollte man ihm mehr Geld aus den Taschen leihern? alles war denklich bei diesen ...Handelspartnern.

Sollte er sich aufmachen ins Hafenviertel erkannte er bald, dass es im Hafen anders zuging als im Rest von Goldwasser. Hier roch es nach Fisch wenn der Morgen graute und es stank nach Whisky,Rum und Pfeifenkraut sobald die Sonne unterging. Viele Menschen wohnten hier nicht und die , die hier wohnten, durften dabei meistens nicht erwischt werden. Sehr viele junge und noch jüngere Gesichter sah er hier. Manche mit neugierigeren Gesichtern als es Eyos lieb sein konnte. Manche glaubte er förmlich an seinen Haken kleben zu spüren. Die Docks kamen näher und schon wurde sein "Rattenschwanz" kürzer bis er gänzlich verschwand. Bei den Docks wollten die Kinder sich  wohl doch nicht erwischen lassen. Die geringe Anzahl an Leucht-Lampen malte den Hafen in einem schwarzen Schattenmantel, dem  nur das grosse Auge am Nachthimmel, Widerstand leistete. Der wiederkehrende Klang der Wellen wurde zur Grundlage aller Geräusche die Eyos gerade umfingen. Seine elfische Herkunft machte sich hier bezahlt, das Halbdunkel machte ihm nichts aus, seine Augen bemerkten sogut wie jeden der Schatten in seinem Blickfeld. Links und Rechts von Eyos türmten sich mehrere Reihen von Hölzernen Containern. Eine Reihe folgte auf die andere im gleichen Abstand. Geordnet und gestapelt. Doch konnte er trotz seiner nicht menschlichen Herkunft, nicht um Ecken spähen. Im Hintergrund konnte er die Dächer vom Lagerhaus A sehen, später auch dessen Wände , auf dem ein grosses "A" in roter Schrift hervorstach. Eyos Schritte führten ihn immer weiter auf die Docks hinaus. Bis die Container-Reihe ein Ende fand, trennten nurnoch 4 Fuss den Elfen vom dunkel und bedrohlich wirkendem, nassem Element.
Hier konnte man bei Tage die Schiffe die kamen und gingen beobachten. Der Hafen formte eine natürliche Barriere, die  der Bucht einen gewissen Schutz vor Wind schenkte zu beiden Seiten ,Osten und Westen. Nur eine Lücke im Süden konnte man nutzen um aus dem Hafen herauszufahren. Danach befand man sich bald auf dem offenem blauem Meer.

Zu seiner Rechten hörte er  ein zwitschern. Da erkannte er sogleich das dazugehörige Vögelchen. Eyos konnte erkennen ,dass sein Kontakt nicht schwarzgekleidet war, sondern eher bräunlich ins dunkelbraun übergehend. Seine Kaputze und der Mantel den er trug waren Dunkelgrün. Sollte er sich dem Kontakt nähern ,bekam er ein paar Worte zu hören, gesprochen von einer rauhen Stimme. Geprägt von dem Salz der ewigen See. Weder dunkel noch Hell, eher wie die Brandung...stetig wenn ruhig.... unsanft, sobald ein Sturm bevorsteht. Er kannte diese Stimme sehr gut und auch das bartstoppelbesetzte Gesicht mit den Falten und der Narbe über dem Linken Auge und den Wachen schwarzen Augen.Sein Haar war ebenso schwarz wie sein Barthaar, doch nur wenig war davon zu sehen. Eyos erkannte als er näher trat, sogar die ersten weissen Stoppeln im Bart seines Gegenübers.... Derweil leuchtete das grosse Auge auf sie herab und entflocht den Zauber der Schatten dort, wo er silbern sein Licht in die Bucht schickte.-"Du hast meine Nachricht also bekommen, wie immer überaus pünktlich. Das mag ich so an dir. Es gibt immer so wenig Komplikationen. Immer einen gewissen Grad an Heimlichkeit und Gerissenheit. heheh. Wenn du mal Reich wirst, werde ich dabei hoffentlich einen grossen Anteil haben. Irgendwann werden auch meine Knochen das nichtmehr mitmachen, dann muss ich andere Jungs dort rausschicken. Ich muss sozusagen ganz umdenken. Du verstehst sicherlich was ich meine. Die Zukunft ist sonst viel zu Ungewiss."-
Eine kurze Pause trat ein, 2 Gestalten in der Nacht und ihre Worte verliessen ihren Umkreis kaum. Dazu sprach sein Vertrauter zumindest nicht laut genug. Er rieb sich kurz die Hände. -"Es kommt eine grosse Lieferung Edelstahl aus Eisendorf über das Meer gesegelt, morgen Vormittag auf einem Schiff mit grünen Segeln. Das Schiff ist zu schnell um es abzufangen und gut bewacht. Aber die Ladung wird hier in den Lagerhäusern die Nacht verbringen müssen. Wenn wir die richtigen Verlader davon überzeugen diese Ware uns zu überlassen im Gegenzug gegen ein paar Kisten die.... -" er machte eine kreisende Handbewegung-" zufällig  vertauscht worden sein könnten. Vielleicht mit etwas Rum darin, damit der Tag für die Armen Hunde nicht ganz so übel zuende gehen kann.. hehehh "-
Er lachte wie ein gerissener Schweinehund fand Eyos. Nichts im Vergleich zu seinem adeligem Umkreis. -" Es wird nicht ganz so einfach wie sonst, einer der Verlader muss einem kleinem Unfall ausgesetzt werden ,damit er nicht arbeiten kann. Ich habe dann den richtigen Ersatz. Wie immer überlasse ich dir daraufhin die Ware zu einem guten Preis, damit sie....spurlos verschwindet. Aber. Ich brauche ein wenig Unterstützung. Schick mir 2 deines Vertrauens morgen früh als Hafenarbeiter gekleidet in die Taverne zum betrunkenem Lachs"-Sie verstanden sich. Die Ware durfte nicht hier verkauft werden und wenn, dann nicht sofort und nicht im grossen Stil. Er musste es sich überlegen ob es sich lohnte. Oder Eyos könnte demnächst eine grosse Lieferung seinerseits verschicken. Das müsste sich zeigen. Doch normalerweise konnte Eyos  stets von ihrer Partnerschaft profitieren. Er war zwar ein Dieb und ein Schmuggler, aber das konnte Eyos ja egal sein. Vielleicht fand er das auch sympathisch. Seine "Helfer" würden sicherstellen, das er auch nicht übers Ohr gehauen wurde. Daher musste er sich überlegen ,wer am loyalsten und am geeignetsten seiner Männer war um diesen Auftrag gewissenhaft zu erledigen. Mit seinen letzten Worten , verschwand der Dieb in der Dunkelheit, woraufhin Eyos kurz alleine blieb , nur begleitet vom Klang kleiner Wellen die an die Docks platschten.
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